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<title>Kühlmittel</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kühlmittel</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Kühlmittel</b> sind gasförmige, flüssige oder feste Stoffe oder Stoffgemische, die zum Abtransport von <a href="W%C3%A4rme" title="Wärme">Wärme</a> eingesetzt werden und die Wärme zu einer Wärmesenke leiten. Die Wärme wird in Form <a href="Thermische_Energie" title="Thermische Energie">thermischer Energie</a> unter Temperaturerhöhung des Kühlmittels oder in Form von <a href="Umwandlungsenthalpie" class="mw-redirect" title="Umwandlungsenthalpie">Umwandlungsenthalpie</a> (früher „latente Wärme“ genannt) unter Änderung des Aggregatzustandes (Schmelzen, Verdampfen) des Kühlmittels abgeführt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung_Kühlmittel"><span id="Abgrenzung_K.C3.BChlmittel"></span>Abgrenzung Kühlmittel</h2></div>
<p>Gelegentlich werden Kältemittel fälschlich als Kühlmittel bezeichnet. Ein <a href="K%C3%A4ltemittel" title="Kältemittel">Kältemittel</a> wird in einem thermodynamischen Kreisprozess eingesetzt, um ein Medium unterhalb der Umgebungstemperatur abzukühlen. Ein Kühlmittel wird in einem Kühlzyklus eingesetzt, um die <a href="Enthalpie" title="Enthalpie">Enthalpie</a> (Wärmeenergie) entlang des Temperaturgradienten einer Wärmesenke zuzuführen. Als Wärmesenke eignet sich die Umgebungsluft, Flusswasser oder das Erdreich.
</p><p>Der Oberbegriff <a href="W%C3%A4rmetr%C3%A4ger" title="Wärmeträger">Wärmeträger</a> umfasst neben Kühlmittel auch Heizmittel (Heizmedium) bzw. Kälteträger; die Zuordnung ist nicht immer eindeutig und wird nach Anwendungszweck bzw. Temperaturbereich getroffen. In technologischen Prozessen wird vorwiegend <a href="Wasser" title="Wasser">Wasser</a>, <a href="Sole" title="Sole">Sole</a>, <a href="Luft" title="Luft">Luft</a> oder Thermalöl als Kühlmittel bzw. Wärmeträger verwendet. Für die indirekte Wärmeübertragung von dem Kühlmittel an die Umgebung liegt bei der Verwendung gasförmiger Kühlmittel die ökonomische Temperaturdifferenz bei ca. 40 K; bei einer Wasserkühlung von 10 K.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anforderungen_an_Kühlmittel"><span id="Anforderungen_an_K.C3.BChlmittel"></span>Anforderungen an Kühlmittel</h2></div>
<p>Bei der Aufnahme von Wärme wird die innere Energie des Kühlmittels erhöht. Dies kann durch eine Temperaturerhöhung des Kühlmittels oder durch eine Änderung des Aggregatzustands, fest zu flüssig oder flüssig zu gasförmig erfolgen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wärmeübertragung_ohne_Änderung_des_Aggregatzustands"><span id="W.C3.A4rme.C3.BCbertragung_ohne_.C3.84nderung_des_Aggregatzustands"></span>Wärmeübertragung ohne Änderung des Aggregatzustands</h3></div>
<p>Bei einem Wärmeübergang ohne Änderung des Aggregatzustands des Kühlmittels werden folgende Anforderungen an das Kühlmittel gestellt:
</p>
<ul><li>hohe spezifische Wärme, um den Kältemittelvolumenstrom und den Energieaufwand für die Umwälzung (<a href="Verdichter" title="Verdichter">Verdichter</a>, <a href="Pumpe" title="Pumpe">Pumpe</a>) gering zu halten,</li>
<li>niedrige <a href="Viskosit%C3%A4t" title="Viskosität">Viskosität</a>, um die <a href="Druckverlust" title="Druckverlust">Druckverluste</a> in den Apparaten und den Energieaufwand für die Umwälzeinrichtungen niedrig zu halten,</li>
<li>kein Ausfällen von Kühlmittelinhaltsstoffen (z.&nbsp;B. <a href="Salze" title="Salze">Salze</a>) in den Komponenten des Kühlsystems,</li>
<li>Werkstoff-Medienbeständigkeit von Kühlmittel und Komponenten des Kühlsystems,</li>
<li>Vermeidung der Ablagerungen von Begleitstoffen in dem Kühlmittel (<a href="Filter_(Fluidtechnik)" title="Filter (Fluidtechnik)">Filter</a>),</li>
<li>Das Kühlmittel muss in dem Temperaturbereich der Anwendung chemisch stabil sein.</li>
<li>Sind neben der Temperatur andere Ansprüche zu erwarten, so muss das Kühlmittel auch diesen gegenüber stabil sein (z.&nbsp;B. <a href="Radiolyse" title="Radiolyse">Radiolyse</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wärmeübertragung_mit_Änderung_des_Aggregatzustands"><span id="W.C3.A4rme.C3.BCbertragung_mit_.C3.84nderung_des_Aggregatzustands"></span>Wärmeübertragung mit Änderung des Aggregatzustands</h3></div>
<ul><li>hohe spezifische Schmelz- bzw. Verdampfungsenthalpie, um den Kühlmittelvolumenstrom gering zu halten.</li>
<li>Bei der indirekten Kühlung mit einem Wärmetauscher für die Verdampfung des Kühlmittels kann die Abkühltemperatur durch den Druck im Kühlsystem eingestellt werden (Kühlung bei einer bestimmten Sattdampftemperatur). Das Kondensat muss in dem Prozess ggf. zurückgeführt werden.</li>
<li>Bei einer direkten Kühlung mittels Verdampfung entstehen Dampfschwaden, die abgeleitet werden müssen und das zu kühlende Gut nicht beeinträchtigen dürfen.</li>
<li>Bei Schmelzprozessen muss das Kondensat abgeführt werden.</li>
<li>Umweltauswirkungen durch die Freisetzung von Gasen oder Flüssigkeiten sind zu beachten.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Besondere_Anwendungsspezifische_Anforderungen">Besondere Anwendungsspezifische Anforderungen</h3></div>
<ul><li>Das Kühlmittel sollte nach Möglichkeit nicht oder nur in vertretbarem Ausmaß <a href="Korrosion" title="Korrosion">korrodierend</a> wirken.</li>
<li>Nach Möglichkeit sollten explosive Reaktionen mit Teilen der Anlage oder der Umgebung auszuschließen sein (z.&nbsp;B. reagieren Wasser und Alkalimetall explosiv miteinander).</li>
<li>Bei kerntechnischen Anlagen kann je nach Einsatzgebiet die Eigenschaft als <a href="Neutronenmoderator" class="mw-redirect" title="Neutronenmoderator">Neutronenmoderator</a> erwünscht oder eben gerade <i>nicht</i> erwünscht sein. Flüssige Kühlmittel, welche hauptsächlich als <a href="Neutronengift" class="mw-redirect" title="Neutronengift">Neutronengift</a> in Erscheinung treten, können schlimmstenfalls zu einem positiven <a href="Dampfblasenkoeffizient" title="Dampfblasenkoeffizient">Dampfblasenkoeffizient</a> führen, welcher ein zentraler Faktor beim <a href="Reaktorunfall_von_Tschernobyl" class="mw-redirect" title="Reaktorunfall von Tschernobyl">Reaktorunfall von Tschernobyl</a> war.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Art_der_Kühlung"><span id="Art_der_K.C3.BChlung"></span>Art der Kühlung</h2></div>
<p>Kühlflüssigkeiten können das Kühlgut direkt oder indirekt über einen <a href="W%C3%A4rme%C3%BCbertrager" class="mw-redirect" title="Wärmeübertrager">Wärmetauscher</a> kühlen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Direkte_Kühlung"><span id="Direkte_K.C3.BChlung"></span>Direkte Kühlung</h3></div>
<ul><li><a href="Abschrecken_(Metallurgie)" title="Abschrecken (Metallurgie)">Abschrecken</a> von heißem Metall in einem Wasser- oder Ölbad (z. B. das <a href="Einsatzh%C3%A4rten#Härten/Abschrecken" title="Einsatzhärten">Härten</a> von dafür geeignetem <a href="Stahl" title="Stahl">Stahl</a>).</li>
<li><a href="K%C3%BChlschmiermittel" title="Kühlschmiermittel">Kühlschmiermittel</a> und <a href="Schneid%C3%B6l" title="Schneidöl">Schneidöl</a> dienen zum Kühlhalten des Werkstücks durch Aufnahme der Reibwärme beim Verformen des Spans sowie Schmierung der Berührfläche zwischen Span und Schneidwerkzeug bei der <a href="Zerspanung" class="mw-redirect" title="Zerspanung">spanabhebenden Bearbeitung</a> (Bohren, Sägen, Fräsen, Drehen).</li>
<li>Dusche im Strandbad, der Körper kann auch an der Oberfläche 37&nbsp;°C erreichen, mit Wasser aus der Dusche von 20&nbsp;°C Temperatur wird die Haut gut spürbar gekühlt, dort wo das Wasser frisch auftritt bald auf nur wenig über der ursprünglichen Wassertemperatur. Während das Wasser den Körper entlangrinnt, erwärmt es sich durch dem Körper entzogene Wärme. Streicht nun Wind zusätzlich über die benetzte Haut, kann Verdunsten von Wasser zusätzliche Wärmeabfuhr und damit weitere Temperaturerniedrigung erzeugen, sofern die ankommende Luft höchstens gleich warm wie die Haut und dabei nicht wasserdampfgesättigt ist.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Indirekte_Kühlung"><span id="Indirekte_K.C3.BChlung"></span>Indirekte Kühlung</h3></div>
<p>Im Fall der indirekten Kühlung erfolgt eine Trennung der Stoff-Kreisläufe durch feste Wandung zwischen Kühlflüssigkeit und dem zu kühlenden <a href="Fluid" title="Fluid">Fluid</a> (<a href="Gas" title="Gas">Gas</a>, <a href="Fl%C3%BCssigkeit" title="Flüssigkeit">Flüssigkeit</a>), z. B.:
</p>
<ul><li>Verbrennungsmotor-Kühlmittelumlauf: Luft durchströmt den metallischen, mit gewellten Lamellen in der Oberfläche vergrößerten <a href="K%C3%BChler" title="Kühler">Kühler</a>. Hier ist die Umgebungsluft das Kühlmedium. Die so herabgekühlte umlaufende Flüssigkeit (Wasser-<a href="Ethylenglykol" class="mw-redirect" title="Ethylenglykol">Glykol</a>-Gemisch) kühlt in einem mit einer Wasserpumpe angetriebenen Kreislauf die heißen Teile des Motors herunter (besonders den <a href="Zylinderkopf" title="Zylinderkopf">Zylinderkopf</a>).</li>
<li><a href="Kernreaktor" title="Kernreaktor">Kernreaktoren</a>: in den meisten Reaktoren wird die erzeugte Wärme durch Wasser abgeführt. Beim <a href="Druckwasserreaktor" title="Druckwasserreaktor">Druckwasserreaktor</a> wird dieser (womöglich radioaktiv kontaminierte) Primärkreislauf über Wärmetauscher von einem nicht-radioaktiven Sekundärkreislauf gekühlt. Das der Umgebung entzogene Kühlwasser bildet einen dritten Kreislauf. Erster und zweiter Kreislauf stehen unter erhöhtem Druck, der Dritte nicht.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_von_Kühlmitteln"><span id="Verwendung_von_K.C3.BChlmitteln"></span>Verwendung von Kühlmitteln</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kühlwasser"><span id="K.C3.BChlwasser"></span>Kühlwasser</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Wasserk%C3%BChlung" title="Wasserkühlung">Wasserkühlung</a></i></div>
<p>Wasser ist das am häufigsten verwendete Kühlmittel. Bei der Durchlaufkühlung wird das erwärmte Wasser nach einmaligem Gebrauch abgeleitet. Bei der Zirkulationskühlung strömt das Kühlwasser in einem <a href="K%C3%BChlkreislauf" class="mw-redirect" title="Kühlkreislauf">Kühlkreislauf</a> und dient dem Transport von <a href="W%C3%A4rme" title="Wärme">Wärmeenergie</a> durch <a href="Konvektion" title="Konvektion">Konvektion</a>. In beiden Fällen spricht man von <a href="Wasserk%C3%BChlung" title="Wasserkühlung">Wasserkühlung</a>.
</p><p>Eine bekannte Anwendung ist die Kühlung von thermodynamischen Kreisprozessen zur Gewinnung von mechanischer Energie in <a href="Kraftwerk" title="Kraftwerk">Kraftwerken</a> oder <a href="Verbrennungsmotor" title="Verbrennungsmotor">Verbrennungsmotoren</a>.
Weitere Beispiele sind Baugruppen der <a href="Leistungselektronik" title="Leistungselektronik">Leistungselektronik</a>, Hochleistungs-<a href="Laser" title="Laser">Laser</a>, <a href="Sender%C3%B6hre" class="mw-redirect" title="Senderöhre">Senderöhren</a> und <a href="Magnetron" title="Magnetron">Magnetrons</a>.
</p><p>Bei offenen Kühlwasserkreisläufen lassen sich durch die <a href="Verdunstungsk%C3%A4lte" class="mw-redirect" title="Verdunstungskälte">Verdunstungskälte</a> und intensivere Durchmischung von zu kühlendem Wasser und der kühlenden Luft auch niedrigere Temperaturen erreichen. Beispiel sind die <a href="K%C3%BChlturm" title="Kühlturm">Kühltürme</a> von Kraftwerken oder <a href="K%C3%A4ltemaschine" title="Kältemaschine">Kältemaschinen</a> für Eislaufbahnen.
</p><p>Stationäre Verbrennungsmotoren besitzen bisweilen einen drucklosen Wassermantel um den Zylinder mit einer Öffnung, aus der Wasser verdampft und so den Motor kühlt („<a href="Siedek%C3%BChlung" title="Siedekühlung">Siedekühlung</a>“). Das verdampfte Wasser muss regelmäßig ersetzt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Eigenschaften">Eigenschaften</h4></div>
<p>Kühlwasser gibt es in vielen verschiedenen Zusammensetzungen, je nach Einsatzort und -gebiet. Verschmutzungen von Anlagen durch Bestandteile des Kühlwassers werden durch Verwendung von <a href="Deionisiertes_Wasser" class="mw-redirect" title="Deionisiertes Wasser">deionisiertem Wasser</a> oder durch Zusätze verhindert. Das Wachstum von Mikroorganismen wird <a href="Fouling_(K%C3%BChlwasser)" title="Fouling (Kühlwasser)">Fouling</a> genannt, es kann durch Zusätze und/oder lichtundurchlässige Leitungen und Tanks verhindert werden.
</p><p>Oft wird dem Kühlwasser in geschlossenen Kühlkreisläufen <a href="Frostschutzmittel" class="mw-redirect" title="Frostschutzmittel">Frostschutzmittel</a> zugesetzt, um ein Einfrieren im Winter zu verhindern, wie zum Beispiel bei der Kühlflüssigkeiten bei Autos oder <a href="Solarfl%C3%BCssigkeit" title="Solarflüssigkeit">Solarflüssigkeiten</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Einleitwerte">Einleitwerte</h4></div>
<p>Wasser, das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändert wird, ist nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/whg_2009/__54.html">§&nbsp;54</a></span> Abs. 1 <a href="Wasserhaushaltsgesetz" title="Wasserhaushaltsgesetz">Wasserhaushaltsgesetz</a> (WHG) vom 31. Juli 2009 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl109s2585.pdf"><abbr title="Bundesgesetzblatt Jahrgang 2009 Teil I Seite 2585 [PDF], ausgegeben zu Bonn">BGBl. I S. 2585</abbr></a>) und die Schweizer Schmutzwasser-Entsorgungs-Norm SN 592'000 <a href="Abwasser" title="Abwasser">Abwasser</a>. Entsprechend ist Kühlwasser, dass einen Kühlkreislauf in flüssiger Form verlässt, Abwasser. Es muss hinsichtlich der Einleitwerte überwacht und gegebenenfalls <a href="Abwasserbehandlung" title="Abwasserbehandlung">behandelt</a> werden.
</p><p>Für <a href="Direkteinleiter" title="Direkteinleiter">Direkteinleiter</a> ist hinsichtlich der Temperatur in der BRD die Oberflächengewässerverordnung relevant.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch ist das Verschlechterungsverbot und Verbesserungsgebot gemäß § 27 WHG zu beachten.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei Indirekteileitung kommen die Vorgaben von dem jeweiligen Abwasserverband. In Frankreich liegt seit 2006 der zulässige Höchstwert für in Gewässer zurückgeleitetes Kühlwasser bei 28 Grad.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei Wassertemperaturen von über 28 Grad ist der <a href="Sauerstoffs%C3%A4ttigung_(Umwelt)" title="Sauerstoffsättigung (Umwelt)">Sauerstoffgehalt des Wassers</a> so niedrig, dass den Fischen Erstickung droht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Flüssige_Metalle"><span id="Fl.C3.BCssige_Metalle"></span>Flüssige Metalle</h3></div>
<p>In Kernreaktoren wird teilweise <a href="Natrium" title="Natrium">Natrium</a> oder <a href="NaK" title="NaK">NaK</a>-78 (<a href="Eutektisches_Gemisch" class="mw-redirect" title="Eutektisches Gemisch">eutektisches Gemisch</a> aus 22&nbsp;% Natrium und 78&nbsp;% <a href="Kalium" title="Kalium">Kalium</a>) im Kühlmittelkreislauf eingesetzt. Das Kühlmittel hat gute Wärmeübertragungseigenschaften und einen großen nutzbaren Temperaturbereich. Natrium schmilzt schon bei 98&nbsp;°C, siedet aber erst bei 883&nbsp;°C. NaK-78 schmilzt bei −12,6&nbsp;°C und siedet bei 785&nbsp;°C.
</p><p>Je nach Anwendung kommen aber auch andere Metalle (Natrium, Quecksilber, <a href="NaK" title="NaK">NaK</a>, <a href="Blei-Bismut" class="mw-redirect" title="Blei-Bismut">Blei-Bismut</a>), Salzlösungen, <a href="Fl%C3%BCssigsalz" class="mw-disambig" title="Flüssigsalz">Flüssigsalz</a> zum Einsatz.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Öl"><span id=".C3.96l"></span>Öl</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="%C3%96lk%C3%BChlung" title="Ölkühlung">Ölkühlung</a></i></div>
<p>Ölkühlung wird dort eingesetzt, wo besonders gute elektrische Isoliereigenschaften erforderlich sind. Das ist z. B. bei <a href="R%C3%B6ntgenr%C3%B6hre" title="Röntgenröhre">Röntgenröhren</a>, großen <a href="Transformator" title="Transformator">Transformatoren</a>, aber auch großen <a href="Kondensator_(Elektrotechnik)" title="Kondensator (Elektrotechnik)">Kondensatoren</a> und <a href="Leistungsschalter" title="Leistungsschalter">Leistungsschaltern</a> der Fall. Öl besitzt zwar nicht die hohe Wärmekapazität wie Wasser und ist auch eher höherviskos, hat aber einen höheren Siedepunkt.
</p><p>Bei der spanenden Metallbearbeitung werden <a href="K%C3%BChlschmierstoff" class="mw-redirect" title="Kühlschmierstoff">Kühlschmierstoffe</a> eingesetzt, die eine zu starke Erhitzung des Werkzeuges oder des zu bearbeitenden Materials durch die Reibung verhindern.
</p><p>Früher wurden in Transformatoren und Leistungskondensatoren <a href="Polychlorierte_Biphenyle" title="Polychlorierte Biphenyle">polychlorierte Biphenyle</a> (PCB) (z. B. Dichlorphenyl) als Kühlöle eingesetzt. Sie besitzen hervorragende Isoliereigenschaften und sind überdies nicht brennbar. Heute ist ihr Einsatz aufgrund ihrer Giftigkeit verboten. Als PCB-Ersatz, aber auch als Ersatz für das klassische <a href="Mineral%C3%B6l" title="Mineralöl">Mineralöl</a>, werden schon seit über 25 Jahren synthetische organische <a href="Ester" title="Ester">Ester</a> in <a href="Transformator" title="Transformator">Transformatoren</a> eingesetzt. Hierbei handelt es sich um gesättigte Pentaerythrittetrafettsäureester, welche sich durch einen hohen <a href="Flammpunkt" title="Flammpunkt">Flammpunkt</a> (&gt;250&nbsp;°C) und eine hohe <a href="Z%C3%BCndtemperatur" title="Zündtemperatur">Zündtemperatur</a> (&gt;375&nbsp;°C) auszeichnen und somit wie PCB nicht brennbar sind. Darüber hinaus ist die Esterflüssigkeit ungiftig, leicht biologisch abbaubar und als nicht wassergefährdend eingestuft. Die Isoliereigenschaften sind mit denen von Mineralöl, welches klassischer Weise als <a href="Isolier%C3%B6l" class="mw-redirect" title="Isolieröl">Isolieröl</a> in Transformatoren eingesetzt wird, und mit denen von <a href="Polychlorierte_Biphenyle" title="Polychlorierte Biphenyle">PCB</a> vergleichbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Alkohol">Alkohol</h3></div>
<p>In Flugzeugen wird aufgrund seiner Frostsicherheit, seiner geringen <a href="Viskosit%C3%A4t" title="Viskosität">Viskosität</a> und entfallendem <a href="Fouling_(K%C3%BChlwasser)" title="Fouling (Kühlwasser)">Fouling</a> teilweise reines <a href="Ethanol" title="Ethanol">Ethanol</a> als Kühlflüssigkeit eingesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Fl%C3%BCssigkeitsk%C3%BChlung" title="Flüssigkeitskühlung">Flüssigkeitskühlung</a></li>
<li><a href="Luftk%C3%BChlung" title="Luftkühlung">Luftkühlung</a></li>
<li><a href="W%C3%A4rmeleitung" title="Wärmeleitung">Wärmeleitung</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Coolants?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Kühlmittel</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://products.altana.com/beckinsulation/productReport/BecFluid_9902.pdf?language=de&amp;country=&amp;download=productReport&amp;productid=00000271&amp;brandid=66958">Produktinformationsblatt für Isolier- und Kühlflüssigkeit auf Basis einen synthetischen organischen Esters BecFluid 9902 von ELANTAS GmbH</a> (PDF; 286&nbsp;kB)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/ogewv_2016/OGewV.pdf">Oberflächengewässerverordnung – OgewV, 2016</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lfu.bayern.de/publikationen/get_pdf.htm?art_nr=lfu_was_00325">Bayerisches Landesamt für Umwelt - Merkblatt Nr. 4.5/18 - Beurteilung von Wärmeeinleitungen,2023</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lepoint.fr/societe/la-centrale-nucleaire-de-golfech-stoppee-par-la-canicule-23-07-2019-2326176_23.php"><i>La centrale nucléaire de Golfech stoppée par la caniculeentrale nucléaire de Golfech stoppée par la canicule</i></a></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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